Über das Projekt · A Research Initiative

Religiöse Diskurse im digitalen Raum verstehen.

Die Islam-Landkarte 2.0 ist ein wissenschaftliches Forschungsprojekt des Instituts für Islamisch-Theologische Studien der Universität Wien. Sie untersucht muslimische Organisationsstrukturen, religiöse Öffentlichkeiten und digitale Religionsdiskurse in Österreich — und verbindet Forschung mit transparenter öffentlicher Wissensvermittlung.

Institution
Universität Wien · IITS
Leitung
Prof. Dr. Tuğrul Kurt
Region
Österreich
Schwerpunkt
Digitale Religionsdiskurse
01 · Ausgangspunkt

Von der institutionellen Kartierung zur digitalen Diskursanalyse.

Mit der Islam-Landkarte 2.0 erweitert sich der bisherige Forschungsansatz grundlegend. Während frühere Projektphasen vor allem Moscheen, Vereine und institutionelle Strukturen dokumentierten, richtet sich der Fokus nun verstärkt auf digitale Kommunikationsräume und soziale Medien als zentrale Orte religiöser Orientierung, gesellschaftlicher Positionierung und öffentlicher Deutungsproduktion.

Religiöse Kommunikation findet heute zunehmend auf Plattformen wie Instagram, TikTok, YouTube und Facebook statt. Dort entstehen neue Formen religiöser Autorität, neue Narrative und neue Formen gesellschaftlicher Selbstverständigung. Digitale Prediger:innen, Influencer:innen und Organisationen prägen religiöse Diskurse mittlerweile weit über klassische institutionelle Strukturen hinaus.

Die Islam-Landkarte 2.0 untersucht diese Entwicklungen mittels empirischer, diskursanalytischer und hermeneutischer Methoden — mit dem Ziel, gegenwärtige Entwicklungen innerhalb muslimischer Kommunikations- und Organisationsstrukturen differenziert sichtbar zu machen.

02 · Drei Säulen

Wissenschaftliche Forschung. Transparente Vermittlung.

P · 01

Empirische Forschung

Systematische Datenerhebung öffentlich zugänglicher Inhalte digitaler Prediger:innen, Influencer:innen und Organisationen — als Grundlage struktureller Analyse statt anekdotischer Eindrücke.

P · 02

Diskursanalytische Auswertung

Sprachliche Rahmungen, narrative Muster und performative Inszenierungen werden im Kontext theologischer und gesellschaftlicher Bezüge gelesen — präzise statt pauschalisierend.

P · 03

Hermeneutische Kontextualisierung

Religiöse Begriffe werden in ihren theologischen, historischen und gesellschaftlichen Horizonten verankert — als wissenschaftlicher Beitrag zur Versachlichung öffentlicher Debatten.

03 · Forschungsschwerpunkte

Was die Islam-Landkarte 2.0 im Blick hat.

F / 01

Digitale Kommunikationsformen

Untersuchung der Formate, in denen muslimische Akteur:innen heute kommunizieren — Kurzvideos, Reels, Livestreams, Posts und algorithmisch verstärkte Inhalte.

F / 02

Religiöse und gesellschaftliche Narrative

Analyse wiederkehrender Erzählmuster — von Zugehörigkeit und Identität bis zu Integration, Loyalität und gesellschaftlicher Verantwortung.

F / 03

Sprachliche Rahmungen

Wie religiöse Inhalte sprachlich strukturiert werden — Verwendung von Koranversen und Hadithen, Verkürzungen, Verschiebungen, rhetorische Verdichtungen.

F / 04

Neue Formen religiöser Autorität

Personalisierung, Emotionalisierung und algorithmische Verstärkung als Bedingungen einer Autorität, die nicht mehr primär institutionell legitimiert ist.

F / 05

Transnationale Einflüsse

Wie Diskurse, Akteur:innen und Plattformen über nationale Grenzen hinweg muslimische Organisationen und Öffentlichkeiten in Österreich prägen.

F / 06

Visuelle & performative Inszenierung

Bildsprache, Symbolik, Inszenierung und ästhetische Codes als Träger religiöser und gesellschaftlicher Bedeutung im digitalen Raum.

04 · Methode

Drei Schritte einer kontextsensiblen Analyse.

01· Erhebung

Empirische Datenerhebung

Systematische Beobachtung öffentlich zugänglicher digitaler Inhalte — strukturiert, dokumentiert, methodisch nachvollziehbar.

02· Auswertung

Diskursanalytische Lektüre

Sprachliche Rahmungen, narrative Muster und Argumentationsstrukturen werden in ihren wiederkehrenden Formen identifiziert.

03· Einordnung

Hermeneutische Kontextualisierung

Wissenschaftliche Einordnung in theologische, historische und gesellschaftliche Bezüge — differenziert, transparent, nachvollziehbar.

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Die Islam-Landkarte 2.0 versteht sich als unabhängige wissenschaftliche Plattform, die komplexe Entwicklungen strukturiert aufbereitet — und damit zur Versachlichung öffentlicher Debatten beiträgt.

Projektselbstverständnis

Wissenschaftliche Grundlage für gesellschaftlichen Dialog.

Das Projekt schafft erstmals eine systematische wissenschaftliche Grundlage zur Analyse islamischer Online-Diskurse und digitaler religiöser Öffentlichkeiten in Österreich. Es verbindet Forschung, Dokumentation und öffentliche Wissensvermittlung — und leistet damit einen Beitrag zu Transparenz, gesellschaftlichem Dialog und einem differenzierten Verständnis islamischer Gegenwartsdiskurse.

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